Mein klügster Leadership-Lehrer hat acht Arme 🐙
(Und nein, er arbeitet nicht im Management.)
Ich habe im Laufe der Jahre viele Leadership-Lehrer kennengelernt.
Professoren.
Berater.
Speaker mit Headset.
Menschen mit sehr überzeugenden PowerPoint-Präsentationen und mindestens drei Frameworks pro Vortrag.
Aber der klügste Leadership-Lehrer, den ich kenne, lebt im Mittelmeer.
Und hat acht Arme.
Ja, genau.
Ein Oktopus.
Und bevor du denkst, dass das jetzt sehr esoterisch wird:
Bleib kurz dran. Der Oktopus hat tatsächlich erstaunlich viel über Führung verstanden.
Mehr als so mancher Management-Ratgeber.
Die Begegnung auf Kreta
Die Geschichte beginnt auf Kreta.
Ich war schnorcheln.
Wasser, Felsen, kleine Fische – das übliche Mittelmeerprogramm.
Und dann bewegte sich plötzlich ein Stein.
Oder zumindest dachte ich, es wäre ein Stein.
Bis der Stein Augen bekam.
Und Arme.
Acht Arme.
Ein Oktopus hatte beschlossen, dass dieser Moment ein guter Zeitpunkt für einen Auftritt war.
Wenn man einmal einen Oktopus beobachtet, passiert etwas Interessantes:
Man merkt sehr schnell, dass dieses Tier völlig anders funktioniert als unser übliches Bild von Stärke.
Und genau deshalb ist er ein großartiger Leadership-Lehrer.
Ja, ich weiß.
Ein Oktopus als Leadership-Coach klingt zunächst ungewöhnlich.
Aber bleib kurz dabei. 🐙
Lektion 1: Der Oktopus ist nicht hart
Der Oktopus hat kein Skelett.
Keinen Panzer.
Keine feste Struktur.
Er ist weich. Sehr weich.
So weich, dass er durch Öffnungen passt, bei denen man sich fragt, ob die Natur gerade die Physik ignoriert.
Der Oktopus hat verstanden:
Wer beweglich ist, kommt weiter als der, der nur hart ist.
Das ist interessant, weil viele Menschen glauben, Führung bedeute das Gegenteil.
Härter werden.
Mehr Druck aushalten.
Mehr Kontrolle behalten.
Der Oktopus würde dazu vermutlich sagen:
„Klingt anstrengend. Ich schwimme dann mal weiter.“
Lektion 2: Acht Arme sind kein Kontrollsystem
Ein Oktopus hat acht Arme.
Das klingt erstmal wie der Traum jedes Kontrollliebhabers.
Acht Arme, um alles gleichzeitig festzuhalten.
Aber genau das macht der Oktopus nicht.
Er nutzt seine Arme, um die Welt zu erkunden.
Er tastet.
Er probiert.
Er sammelt Informationen.
Während viele Organisationen versuchen, alles zentral zu steuern, arbeitet der Oktopus eher nach dem Prinzip:
„Mal schauen, was hier passiert.“
Und erstaunlicherweise funktioniert das ziemlich gut.
Lektion 3: Neugier schlägt Kontrolle
Oktopusse gehören zu den intelligentesten Tieren im Meer.
Sie lösen Probleme.
Öffnen Muscheln.
Entdecken ihre Umgebung.
Und sie tun das mit etwas, das in Organisationen manchmal überraschend selten ist:
Neugier.
Der Oktopus hat kein Meeting, um herauszufinden, ob er neugierig sein darf.
Er ist es einfach.
Eine ziemlich effektive Strategie, wenn man darüber nachdenkt.
Lektion 4: Der eleganteste Rückzug der Natur
Wenn ein Oktopus merkt, dass eine Situation gefährlich wird, passiert etwas Beeindruckendes.
Er kämpft nicht immer.
Er passt sich an.
Er verändert Farbe.
Er verändert Struktur.
Und manchmal verschwindet er einfach.
Keine große Ansage.
Kein Drama.
Einfach: Puff. Weg.
Der Oktopus versteht etwas, das auch für Führung hilfreich sein kann:
Nicht jede Situation gewinnt man durch mehr Druck.
Manchmal gewinnt man durch kluge Anpassung.
Oder durch einen sehr eleganten Rückzug.
Wie daraus Oktopus Coaching wurde
Irgendwann wurde mir klar:
Der Oktopus ist eigentlich ein ziemlich gutes Bild für moderne Führung.
Er ist:
intelligent
neugierig
beweglich
anpassungsfähig
kreativ im Umgang mit seiner Umgebung
Er versucht nicht, alles zu kontrollieren.
Er beobachtet.
Er lernt.
Er bewegt sich.
Und genau darum geht es auch in meiner Arbeit als Coach.
Nicht darum, Menschen härter zu machen.
Sondern ihnen zu helfen:
ihre Stärken zu erkennen
beweglich zu bleiben
ihren eigenen Führungsstil zu entwickeln
Ein bisschen wie ein Oktopus im Meer.
Vielleicht brauchen Organisationen heute mehr Oktopus Eigenschaften
Viele Organisationen sind gebaut wie Skelette:
starr
stabil
strukturiert
Das hat lange gut funktioniert.
Aber in einer Welt, die sich ständig und immer schneller verändert, hilft manchmal etwas anderes mehr:
Beweglichkeit.
Neugier.
Anpassungsfähigkeit.
Oder, um es etwas einfacher zu sagen:
Vielleicht brauchen Organisationen heute einfach ein bisschen mehr Oktopus. 🐙
Und falls du dich jetzt fragst …
… ob ich wirklich Leadership von einem Oktopus gelernt habe.
Die ehrliche Antwort ist:
Nicht nur.
Aber er hat mich an etwas Wichtiges erinnert.
Stärke bedeutet nicht immer Härte.
Manchmal bedeutet sie Beweglichkeit.
Und genau darum geht es bei Oktopus Coaching.