Freundlich sein heißt nicht, Konflikten aus dem Weg zu gehen

„Kann man als Führungskraft eigentlich zu freundlich sein?“

Diese Frage begegnet mir erstaunlich oft.

Und jedes Mal denke ich: Vielleicht verwechseln wir Freundlichkeit mit Gefälligkeit.

Denn freundlich zu sein bedeutet nicht, allem zuzustimmen.

Es bedeutet nicht, unangenehme Gespräche zu vermeiden.

Und es bedeutet schon gar nicht, es allen recht machen zu wollen.

Für mich bedeutet Freundlichkeit etwas ganz anderes.

Sie zeigt sich darin, wie ich Menschen begegne, gerade dann, wenn es schwierig wird.

Auch bei Andrea´s REWE gibt es klare Entscheidungen. Entscheidungen, die ich alleine treffe, weil sie mitunter heikel und für das Team schwer zu treffen sind.

Es gibt Gespräche, in denen Erwartungen ausgesprochen werden und Situationen, in denen ich Nein sage.

Und dann gibt es Momente, in denen ich deutlich werden muss.

Nur eben ohne Lautstärke.

Ich glaube nicht daran, dass Respekt durch Härte entsteht und schon garnicht durch Lautstärke.

Ich glaube, Respekt entsteht, wenn Menschen wissen, woran sie sind.

Wenn ich Vertrauen erwarte, muss ich selbst vertrauenswürdig sein.

Wenn ich Offenheit fordere, muss ich auch Kritik annehmen können.

Und wenn ich schwierige Themen anspreche, dann direkt – aber immer mit Respekt.

Freundlichkeit bedeutet für mich nicht, Konflikte zu vermeiden.

Freundlichkeit bedeutet, Konflikte so zu handlen, dass am Ende niemand sein Gesicht verliert.

Das klappt natürlich nicht immer perfekt.

Bei unterschiedliche Meinungen wird es manchmal emotional.

Und zum Teil verlässt jemand ein Gespräch trotzdem enttäuscht.

Aber selbst dann kann ich entscheiden, wie ich mit Menschen umgehe.

Ich muss niemanden klein machen, um eine klare Führungskraft zu sein.

Im Gegenteil.

Gerade in schwierigen Momenten zeigt sich, wie groß eine Führungskraft wirklich ist.

Es gibt einen Satz, den ich sehr mag:

Lachen ist die beste Art, Zähne zu zeigen.

Er ist keine Aufforderung, Probleme wegzulächeln, sondern die Erinnerung, dass Stärke und Freundlichkeit wunderbar zusammenpassen.

Man kann konsequent sein und gleichzeitig wertschätzend.

Man kann Grenzen setzen und trotzdem zugewandt bleiben.

Man kann Klartext reden, ohne Menschen zu verletzen.

Für mich ist genau das moderne Führung.

Nicht weicher, sondern menschlicher.

 

Oktopus-Impuls zum Mitnehmen

Freundlichkeit macht Führung nicht schwächer.

Sie entscheidet darüber, wie Menschen sich fühlen, nachdem du Klartext gesprochen hast.

 

 

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