Was ein Oktopus über erfolgreiche Beziehungen im Business weiß
Beziehungen – ob im Business oder privat – sind ein bisschen wie ein Oktopus.
Ja, wirklich. 🐙
Und bevor jetzt jemand fragt: Nein, ich habe keinen Oktopus im Büro. (Wobei… manchmal wäre das vielleicht gar nicht die schlechteste Idee.)
Der Oktopus ist nämlich ein ziemlich gutes Vorbild für Zusammenarbeit. Er hat acht Arme, die alle eigenständig arbeiten können, aber trotzdem Teil eines gemeinsamen Systems sind. Jeder Arm weiß ungefähr, was zu tun ist, keiner muss permanent kontrolliert werden, und trotzdem bewegt sich das ganze Tier ziemlich elegant durchs Leben.
Genau so funktionieren gute Beziehungen.
Vor über zwölf Jahren habe ich Andrea’s Rewe angefangen aufzubauen. Und gleich zu Beginn kam Angela dazu, die heute meine Marktleiterin ist. Damals hatte sie wenig bis keine Erfahrung in Mitarbeiterführung. Prozesse steuern, Entscheidungen treffen, Verantwortung tragen – das wurde ihr vorher eher abgenommen.
Kurz gesagt: Führung war für sie damals noch Neuland.
Und ganz ehrlich: Für mich war einiges auch Neuland.
Während Angela in ihre Leadership-Rolle hineinwuchs, lernte ich etwas anderes:
loslassen, delegieren und vertrauen.
Das klingt einfacher, als es ist.
Denn wenn man ein Business aufbaut, fühlt sich am Anfang alles ein bisschen an wie:
„Wenn ich es nicht selbst mache, macht es wahrscheinlich niemand richtig.“
Spoiler: Doch. Menschen können das. Wenn man sie lässt.
Und genau da beginnt das Oktopus-Prinzip.
Statt alles selbst festzuhalten, wachsen nach und nach neue „Arme“. Menschen, die Verantwortung übernehmen. Menschen, die ihre eigenen Ideen entwickeln. Menschen, die Dinge manchmal anders machen und damit sogar besser.
Angela ist so ein Arm geworden. (Das klingt jetzt anatomisch merkwürdiger als es gemeint ist.)
Wir sind gemeinsam gewachsen:
das Lädchen, Angela in ihrer Führungsrolle und ich im Vertrauen.
Heute würde ich sagen: Gute Beziehungen – egal ob im Business, in Freundschaften oder privat – funktionieren genau so.
Nicht, weil beide von Anfang an perfekt sind.
Sondern weil beide bereit sind zu wachsen.
Mit Geduld.
Mit Vertrauen.
Und mit der Überzeugung, dass man gemeinsam seinen Weg findet.
Manchmal stolpert man.
Manchmal lernt man.
Und manchmal merkt man plötzlich: Hey, wir sind schon viel weiter gekommen, als wir damals gedacht hätten.
Angela und ich werden unseren Weg weitergehen – als Businesspartnerinnen und als Freundinnen.
Ganz oktopusmäßig eben.
Und genau aus dieser Erfahrung heraus ist auch meine Arbeit mit dem Oktopus-Prinzip entstanden.
Heute begleite ich Unternehmen und Teams im Oktopus-Coaching und in der Kulturentwicklung dabei, genau solche Strukturen aufzubauen:
Teams, in denen Verantwortung verteilt ist, Vertrauen wachsen kann und Menschen ihre eigenen „Arme“ entwickeln dürfen.
Denn nachhaltige Führung entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen, Klarheit und gemeinsames Wachstum.
Meine Überzeugung heute ist deshalb ziemlich simpel:
Such dir Menschen, mit denen du wachsen kannst.
Nicht die, die schon fertig sind.
Nicht die, die alles besser wissen.
Sondern die, die bereit sind, gemeinsam besser zu werden.
Denn genau so entstehen die besten Beziehungen.
Und ganz nebenbei auch ziemlich gute Teams.
Ganz oktopusmäßig eben. 🐙