Unnahbarkeit und Autorität

Vor einiger Zeit fragte mich ein Klient im Coaching:

"Kann man als Chef eigentlich zu freundlich sein?"

Ich musste grinsen.

Denn diese Frage begleitet mich schon fast meine ganze Unternehmerinnenlaufbahn.

Und ja klar, kann man zu freundlich sein. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich duze mein gesamtes Team.

Nicht weil es modern ist, sondern weil es sich für mich in meinem Unternehmen richtig anfühlt. Das ist für mich persönlich auch die einzige Rechtfertigung. Ich halte nicht viel von konzernweitem Duzen wegen Modernität, aber das ist meine persönliche Meinung.

Natürlich bedeutet Nähe und das „Du“ nicht, dass immer alle einer Meinung sind oder sein müssen.

Natürlich gibt es schwierige Gespräche und Entscheidungen, die nicht jedem gefallen, bleiben genau das: Entscheidungen, die nicht jedem gefallen.

Aber genau dafür brauche ich keine künstliche Distanz oder das Sie.

Ich brauche dafür eine unverwaschene, klare Haltung.

Ich glaube, viele verwechseln Autorität mit Unnahbarkeit.

Dabei entsteht Vertrauen ganz woanders.

Es entsteht, wenn Menschen wissen, woran sie sind. Wenn Lob ernst gemeint ist und Kritik ehrlich aber respektvoll bleibt. Aber vor allem entsteht Vertrauen wenn man zuhört.

Und wenn man als Führungskraft auch einmal sagen kann:

"Da lag ich total falsch."

Der Oktopus hat acht Arme. Keiner davon arbeitet gegen den anderen, alle sind miteinander verbunden.

Genau das wünsche ich mir auch für mein Team und für alle anderen Teams. Nicht Gleichheit, sondern Verbundenheit.

Menschen folgen sehr selten Positionen. Sie folgen Beziehungen.

Deshalb wünsche ich mir für meinen Klienten nicht übertriebene Freundlichkeit, sondern eine klare Haltung und Menschlichkeit. Und den Mut beides zu zeigen.

 

Oktopus- Impuls Zum Mitnehmen

Respekt entsteht nicht durch Distanz.
Er entsteht, wenn Menschen wissen, woran sie bei dir sind.

 

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Erstaunlich wenig Plan